Die Technik wird gewöhnlich als Satz von Werkzeugen dargestellt, die nach der Absicht des Benutzers zum Guten oder zum Schlechten dienen können. Diese Auffassung ist unvollständig. Die technische Umgebung selbst formt den Mann um, der in ihr lebt. Geschwindigkeit, ständige Verbindung, die Aufhebung der Distanz und der Ersatz unmittelbarer Erfahrung durch vermittelte Bilder wirken auf das Nervensystem und auf die Fähigkeit zu anhaltender Aufmerksamkeit und innerer Stille.
Evola erkannte, daß der moderne technische Apparat die äußere Form eines tieferen Willens ist: des Willens, die Welt auf beherrschbare Quantitäten zu reduzieren und jedes restliche Element des Unvorhersehbaren und des Sakralen auszuschalten. Die Maschine ist nicht bloß nützlich. Sie verkörpert eine Metaphysik des reinen Werdens und der reinen Macht ohne höheren Bezug. Wer fortwährend innerhalb dieser Metaphysik lebt, verändert den Menschentypus, der noch möglich ist.
Der junge Mann von heute wird von Kindheit an durch Geräte geformt, die ihn darauf dressieren, sofortige Antwort, ständige Reizung und den Ausstieg aus jeder Schwierigkeit durch Wechsel des Bildschirms zu erwarten. Die Haltungen des Geistes, die ein vertikales Leben verlangt, Geduld, Fähigkeit zur Einsamkeit, Widerstand gegen Ablenkung, werden planmäßig untergraben. Das zu erkennen heißt nicht, jedes technische Mittel zu verwerfen. Es heißt, die Umgebung als formend zu sehen und ihr deshalb von innen her zu widerstehen.
Meisterschaft beginnt mit gewählter Distanz. Der Mann, der die Werkzeuge des Zeitalters gebrauchen kann, ohne ihnen sein inneres Tempo und seinen Maßstab der Gegenwart umschreiben zu lassen, hat bereits begonnen, sich von dem Typus zu unterscheiden, den die Umgebung erzeugen soll. Diese Unterscheidung ist tägliche Arbeit, kein einmaliger Entschluß.