Julius Evola Daily

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Tag 12 — Rasse des Geistes

"Was ich zu sagen im Begriff bin, betrifft nicht den gewöhnlichen Menschen unserer Zeit. Im Gegenteil, ich habe den Mann im Sinn, der sich in die heutige Welt verwickelt findet, selbst an ihren problematischsten und paroxysmalen Punkten; und doch gehört er innerlich nicht zu einer solchen Welt und wird sich ihr nicht ergeben. Er fühlt sich im Wesen als einer anderen Rasse zugehörig als der überwältigenden Mehrheit seiner Zeitgenossen. Der natürliche Ort für einen solchen Mann, das Land, in dem er kein Fremder wäre, ist die Welt der Tradition." — Julius Evola, Den Tiger reiten

Evola gebraucht die Wendung „Rasse des Geistes“, um einen Unterschied zu benennen, der tiefer reicht als Blut, Sprache oder Nationalität. Es ist der Unterschied zwischen denen, die noch eine Orientierung auf das Vertikale tragen, und denen, die vollständig horizontal geworden sind. Das ist keine biologische Behauptung im modernen Sinne. Es ist eine Aussage über die Qualität des inneren Menschen und über die Anwesenheit oder Abwesenheit eines höheren Maßes.

Die meisten jungen Männer werden gelehrt, jede Rangordnung dieser Art sei entweder eingebildet oder gefährlich. Die Lehre ist gründlich. Sie erzeugt ein automatisches Mißtrauen, sobald die Idee erscheint. Wenn dieses Mißtrauen in einem aufsteigt, bemerke man es. Dann setze man es beiseite, lange genug, um die Idee auf ihren eigenen Bedingungen zu prüfen. Leben einige Männer aus einem anderen Zentrum als andere, und zählt dieser Unterschied mehr als die oberflächlichen Ähnlichkeiten des Zeitalters?

Der Mann der Rasse des Geistes ist nicht durch äußeren Erfolg oder durch die Zustimmung seiner Altersgenossen bestimmt. Er ist durch eine innere Distanz bestimmt. Er nimmt an der Welt seiner Zeit teil, ohne dieser Welt zu erlauben, seine Maßstäbe umzuschreiben. Er kann unter seinen Zeitgenossen arbeiten, sprechen und handeln und dabei innerlich von etwas geordnet bleiben, das sie nicht mehr erkennen. Das ist der Typus, den diese Seiten ansprechen.

Man behandle die Idee nicht als schmeichelndes Etikett, das man für sich in Anspruch nimmt. Man behandle sie als Maß. Die moderne Umgebung arbeitet ununterbrochen daran, die Möglichkeit eines solchen Unterschieds auszulöschen. Die Idee klar zu halten ist bereits eine Form des Widerstands, die keine Schlagworte und keine öffentliche Aufführung verlangt.

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