Julius Evola Daily

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Tag 13 — Solar und tellurisch

"Das Blut der Helden ist Gott näher als die Tinte der Philosophen und die Gebete der Gläubigen." — Julius Evola, Revolte gegen die moderne Welt

Traditionale Lehren unterscheiden zwischen solaren und tellurischen Kräften. Solare Kräfte steigen, ordnen, erhellen und geben Form von oben. Tellurische Kräfte ziehen nach unten in die Erde, ins Organische, Mütterliche, Kollektive und Formlose. Beide existieren in jedem Zeitalter. Die Frage ist, welcher in einer Zivilisation und in einem Mann der Vorrang gegeben wird.

Die moderne Welt ist überwiegend tellurisch. Sie begünstigt die horizontale Ausbreitung des Lebens, die Befriedigung der Bedürfnisse, die Einebnung der Unterschiede und die fortgesetzte Auflösung höherer Formen in niedere. Solare Qualitäten wie Distanz, Befehl, asketische Klarheit und die Fähigkeit, allein gegen die Strömung zu stehen, werden als verdächtig oder überholt behandelt. Das Ergebnis ist eine Kultur, die Energie vermehrt und dabei stetig Form verliert.

Diese Unterscheidung wird fremd wirken. Die umgebende Kultur hat Jahrzehnte damit verbracht, jede Rangordnung von Kräften mystisch oder gefährlich klingen zu lassen. Das Unbehagen ist Information. Es zeigt, wie gründlich die tellurische Sicht als die einzig achtbare installiert worden ist. Klares Denken beginnt damit, diese Reaktion zu bemerken und dann die Unterscheidung am tatsächlichen Charakter des Zeitalters zu prüfen.

Die solare Orientierung weist die Erde nicht zurück. Sie beherrscht sie und stellt sie unter ein höheres Gesetz. Ein Mann, der den Unterschied nicht erkennen kann, wird Intensität für Höhe und Bequemlichkeit für Ordnung halten. Er wird seine Kraft in Bewegungen investieren, die auflösen statt kristallisieren. Das Muster zu erkennen gehört zur Wiedergewinnung des vertikalen Maßes.

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