Eines der klarsten Merkmale der modernen Welt ist der Sieg der Quantität. Was gezählt, gemessen, in Masse hergestellt und weit verteilt werden kann, gilt als wirklicher und wichtiger als das Seltene, Hohe und Schwer-zu-Formende. Zahlen ersetzen Rang. Masse ersetzt Typus. Effizienz ersetzt die Vortrefflichkeit des Seins.
In traditionalen Ordnungen war die qualitative Unterscheidung zwischen Menschentypen und Tätigkeitsarten das Erste. Bestimmte Funktionen standen höher, weil sie ein höheres Prinzip ausdrückten. Die moderne Umkehrung stellt das Wirtschaftliche und das Vitale ins Zentrum. Arbeit und Gold werden zum Maß des Wertes. Alles übrige wird ihnen untergeordnet oder als unpraktisch abgetan.
Diese Verschiebung bleibt nicht auf die Wirtschaft beschränkt. Sie formt das Innenleben der Männer um. Ein junger Mann, der in einem quantitativen Regime aufwächst, lernt, sich und andere nach Output, Sichtbarkeit und Anhäufung zu bewerten. Die stilleren Stärken, die sich schlecht zählen lassen: innere Ordnung, Treue zu einem Maßstab unter Druck, die Fähigkeit zur Distanz, bleiben unentwickelt oder gelten als belanglos. Das Ergebnis ist ein Typus, der an der Oberfläche energisch und im Zentrum hohl ist.
Die Herrschaft der Quantität zu erkennen verlangt keine Verachtung materieller Tüchtigkeit. Es verlangt die Weigerung, materielle Tüchtigkeit zum höchsten Maß zu machen. Ein Zeitalter, das Höheres und Niederes nicht mehr unterscheiden kann, wird sich unvermeidlich um das herum ordnen, was sich zählen läßt. Diese Ordnung ist die moderne Welt.